Entwicklungshilfe in Afrika
Jacques Schuster beklagt im Leitartikel in der Welt den Realitätsverlust der Afrikapolitik Europas.
[...] Die Ratlosigkeit läßt sich fortschreiben. Wer im politischen Berlin nach der deutschen Afrikapolitik fragt, wird feststellen, daß es sie nicht gibt. Weltsozialhilfe steht an der Stelle von Interessenerwägungen. Moral ersetzt den politischen Realismus.
Selbst afrikanische Experten gestehen ein, daß die Entwicklungshilfe bestenfalls erfolglos geblieben ist. In vielen Staaten hat sie die Verhältnisse sogar verschlechtert: Sie lähmt die Eigeninitiative, die Kreativität und Produktivität der Gesellschaften. Sie stellt Tyrannen Geld zur Verfügung, um ihre Bevölkerung zu unterdrücken. Sie stärkt die feudalen Traditionen und begünstigt die Korruption. Sie wird zum Kauf von Waffen verschwendet und ermöglicht gigantische Projekte, welche die Umwelt zerstören.
Der kenianische Direktor des Inter Region Economic Network, James Shikwati, hat errechnet, daß Afrika die Fähigkeit zu Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln verloren hat, die es durchaus besaß, bevor Entwicklungshilfe gezahlt wurde. Die Pro-Kopf-Nahrungsmittelproduktion sei seit 1962 Jahr für Jahr gefallen, schreibt er im April-Heft der "Internationalen Politik". Ähnlich sieht es mit dem Pro-Kopf-Einkommen aus. Zwischen 1980 und 1986 fiel es um durchschnittlich 3,4 Prozent. Im gleichen Zeitraum war Afrika der Kontinent, der die meiste Entwicklungshilfe erhielt. Die asiatischen Staaten, die heute zur Ersten Welt gehören, bekamen kaum etwas. Sie entwickelten sich ohne westliche Hilfe. [...]

Aber diese Erkenntnisse sind nicht sehr populär. Im Gegenteil, Entwicklungshilfe wird von weiten Kreisen immernoch als einzige Lösung für Afrika gesehen.
[...] Die Ratlosigkeit läßt sich fortschreiben. Wer im politischen Berlin nach der deutschen Afrikapolitik fragt, wird feststellen, daß es sie nicht gibt. Weltsozialhilfe steht an der Stelle von Interessenerwägungen. Moral ersetzt den politischen Realismus.
Selbst afrikanische Experten gestehen ein, daß die Entwicklungshilfe bestenfalls erfolglos geblieben ist. In vielen Staaten hat sie die Verhältnisse sogar verschlechtert: Sie lähmt die Eigeninitiative, die Kreativität und Produktivität der Gesellschaften. Sie stellt Tyrannen Geld zur Verfügung, um ihre Bevölkerung zu unterdrücken. Sie stärkt die feudalen Traditionen und begünstigt die Korruption. Sie wird zum Kauf von Waffen verschwendet und ermöglicht gigantische Projekte, welche die Umwelt zerstören.
Der kenianische Direktor des Inter Region Economic Network, James Shikwati, hat errechnet, daß Afrika die Fähigkeit zu Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln verloren hat, die es durchaus besaß, bevor Entwicklungshilfe gezahlt wurde. Die Pro-Kopf-Nahrungsmittelproduktion sei seit 1962 Jahr für Jahr gefallen, schreibt er im April-Heft der "Internationalen Politik". Ähnlich sieht es mit dem Pro-Kopf-Einkommen aus. Zwischen 1980 und 1986 fiel es um durchschnittlich 3,4 Prozent. Im gleichen Zeitraum war Afrika der Kontinent, der die meiste Entwicklungshilfe erhielt. Die asiatischen Staaten, die heute zur Ersten Welt gehören, bekamen kaum etwas. Sie entwickelten sich ohne westliche Hilfe. [...]

Aber diese Erkenntnisse sind nicht sehr populär. Im Gegenteil, Entwicklungshilfe wird von weiten Kreisen immernoch als einzige Lösung für Afrika gesehen.
RAW - 08.04.2006




