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Kein Krieg, nirgends. Ausser in Darfur.

In Washington gingen am Wochenende tausende auf die Strasse, um für eine Intervention der USA in Darfur zu demonstrieren. Gut so! Nun glaube man aber nicht, es handle sich dabei um hartgesottene, eisenfressende Interventionisten aus dem Lager der Neocons; nein, NGO's und Prominente waren die Wortführer.

Allen voran George Cloonie, seines Zeichens Frontmann so ziemlich jeder Friedensbewegung, zusammen mit seinen Kumpels aus Hollywood. Er, der gerne Filme zum Thema Geopolitik macht, keinen Krieg für Öl will und schon gar keinen gegen Saddam Hussein oder die Taliban, genau dieser George Cloonie will nun US Truppen in Darfur.

Wie sich die Zeiten ändern. Sehen eigentlich nur meine Freunde aus dem Blogroll diesen Anachronismus? Erinnert mich stark an all jene, welche mich mit grossen Augen fragten "wieso im Irak aber nicht in Saudi Arabien?".

War das irakische Volk keine Intervention wert? Oder besser gefragt: was ist den Leuten in Darfur widerfahren, damit sie für die Rettung qualifizieren? Brauchen wir den Genozid, um etwas zu unternehmen?

Ärmlich, wenn dem so ist.
Sisyphos (anonym) - 2. Mai, 01:48

Du hast recht

Ich glaube Du hast recht. Reagieren ist den Pazifisten lieber, um im Nachhinein das Gewissen zu beruhigen ("Wir wollten ja was tun, nur Bush, dieses gemeine Luder wollte nicht; es war eben nicht genug Öl im Spiel!"). Nur nicht im Voraus proaktiv verhindern, dass eine Situation überhaupt entsteht. Das ist gegen das Völkerrecht.

Bastian (anonym) - 2. Mai, 17:12

Ein kleiner Einwand

Ich sehe deinen Punkt. Möchte aber auf einen Unterschied hinweisen: Im Irak musste eine gegnerische Armee besiegt werden, im Sudan würden sich die Truppen hauptsächlich auf die Friedenssicherung und den Schutz der Zivilbevölkerung konzentrieren. Ausserdem sind schon Truppen der AU im Lande. Es wäre also kein regime change.

CptEggman - 2. Mai, 17:23

Du hast Recht, Regime Change ist es nicht. Als Gegengewicht dazu könnte man anbringen, dass im Sudan pro Monat fast so viele Leute sterben wie im Irak seit 2003 summiert. Es ist also ein gefährliches Pflaster und ganz sicher kein Sonntagsspaziergang.

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