Über Abu Musab al-Sarkawi
Geboren wurde Sarkawi 1966 in Sarka, Jordanien, daher auch sein Name, den er später annahm. Anders als Bin Ladin, stammte Sarkawi aus einer extrem armen Gegend. Sein Vater kämpfte 1948 gegen Israel und war eine respektierte Persönlichkeit. Wenn man die Leute nach Sarkawis Vater fragt, erinnern sie sich an einen Mann, der sich für schwächere einsetzte. Sarkawi aber hatte zunächst anderes im Kopf, er war ein Rebell. Er machte die Schule nicht zu Ende. Sein Vater war sehr wütend auf ihn und setze sich ein, dass der junge Sarkawi einen job bekam. Sarkawi aber hatte andere Sachen im Kopf. Er lies sich tätowieren und trank Alkohol.
1989, als die von den USA unterstützten Mujaheddin kurz vor einem Sieg gegen die Sowjets in Afghanistan standen, entschied sich Sarkawi sich diesen anzuschliessen. Manche sagen, er habe nie gegen die Sowjets gekämpft, andere sagen, er war sehr mutig im Kampf. Man ist sich jedoch sicher, dass er dort zu einem Bombenexperten wurde, und alle Quellen sind sich einig, dass er sich Afghanistan mit Abu Mohhamed Al-Maqdisi befreundete, einem Geistlichen aus Kuwait, der überzeugt war, dass man die sekulären Führer der arabischen Welt mit Gewalt stürzen müsse. Al-Maqdisi wurde zu Sarkawis Mentor.
Niemand weiss mit Sicherheit, ob er da schon mit Osama bin Ladin zusammen traf. 1992 verlies er Afghanistan und kehrte nach Jordanien zurück, mit neuen Ideen, Freunden und Plänen. Dort Traf er wieder mit seinem Mentor Al-Maqdisi zusammen und schloss sich später der islamistischen Gruppe Bai’at al-Imām an.
1994 wurde er dann verhaftet, wegen Sprengstoff Besitzes und Verschwörung gegen das jordanische königreich.
Das Gefängnis Al-Salt, in dem er inhaftiert wurde, war relativ frei. Die Gefangenen konnten verschiedenen Tätigkeiten nachgehen, wie in der Fleischerei, der Werkstatt, auf der Farm etc.
Sarkawi nutze die Freiheiten aus, und machte den Wächtern klar, dass sie Niemanden seiner Gruppe, die er in Gefängnis anführte, anrühren könnten. Denn er und seine Gruppe waren Gläubige und die Gefängniswärter seien ungläubige. Er war untouchable.
Laut Scheich „Esmath“, einem Mitgefangenem und Kenner Sarkawis, fand Sarkawi schon vor seinem Afghanistan Einsatz zu seinem tiefen Glauben. Eines Tages habe er sich nach starkem trinken übergeben. Als er wieder zu sich kam, fragte er sich, "was ist passiert, wieso bin ich so? wieso trinke ich. Da habe Sarkawi zu Allah gefunden und sich einem anderen Ziel verschrieben. Aber erst nach seiner Rückkehr im Gefängnis studierte er den Koran intensiv und lernte ihn auswendig. Und es war im Gefängnis, wo er sich mit seiner Gruppe endgültig radikalisierte.
1999 wurde er im Zuge einer Amnestie des neuen Königs aus dem Gefängnis entlassen. Er kehrte zu seiner Frau und seinen vier Kindern zurück. Zurück in Sarka, hatte er keinen job, vermisste seine Gefolgsleute und schien immer abwesend. Seine Schwester erkannte seine Leiden und sagte ihm, er solle sich der Vision erinnern: "Allah will, dass du ein Mujaheddin bist" er folgte ihrer Vision und ging zurück nach Afghanistan und gründete ein Trainingscamp im westen Afghanistans, weit weg von Bin Ladin.
Syrer, Jordanier und Libanesen kamen in sein Trainingscamp um bei ihm zu Bombenbauern ausgebildet zu werden.
Nach 911 wurde sein Camp von den US Streitkräften bombardiert und er floh Richtung Westen in den Irak. Laut US Vertretern gelang er so in ein Camp der Ansar al-Islam, welche im Kurdischen Gebiet im Nordirak operierten.
2002 wurde er dann von den jordanischen Behörden für den Mord an Lawrence Fowley verantwortlich gemacht, einem US Diplomaten in Jordanien.
2003 wurde er von Colin Powell während dessen berühmten Rede vor dem UN Sicherheitsrat als Kontaktperson der al-Kaida zum Saddam Regime genannt, was sich als falsch erwies; aber als der Krieg näher kam, lud Saddam wirklich arabische Jihadisten nach Bagdad ein. Ob Sarkawi damals schon im Irak war ist unklar. Erst im August 2003 betrat er erstmals die Weltbühne, mit dem Anschlag auf das UN Hauptquartier im Irak, welches den Tod des hohen UN Kommissars für Menschenrechte, dem Brasilianer Sérgio Vieira de Mello, und 20 weiteren UN Mitarbeiter zur Folge hatte. Die UN zog sich als Reaktion aus dem Irak zurück.
Sarkawi übernahm die Verantwortung für viele weitere Anschläge, welche bis zu seinem Tode über 1000 tote forderten.
Doch in der ersten Phase des Post-Saddam Iraks war er nicht Teil der Kaida, erst später bat er in verschiedenen Briefen um bin Ladin’s Segen, welchen er auch bekam. Von da an war er der Anführer der Al-Kaida im Irak. Mit der Zeit änderte er dann seine Strategie. Weg von Anschlägen auf die Koalition, zu Anschlägen auf die schiitische Mehrheit, die er Schlangen nannte. Sein Ziel war es einen Bürgerkrieg zu inszenieren, der die westlichen Truppen aus dem land spülen sollte. Durch Abgefangene Briefe wussten die Koalitionstruppen schon früh von seinem Plan, diesen zu verhindern war und ist jedoch der schwierige Teil. Einen Bürgerkrieg vom Zaun zu brechen ist ihm fast gelungen, mit dem Anschlag auf das schiitische Heiligtum in Samarra. Danach gab es immer wieder Racheakte beider Seiten auf einander. Auch heute sprechen noch viele Beobachter von einem Bürgerkrieg auf kleiner flamme.
Es bleibt abzuwarten, ob der Tot Sarkawis die Lage beruhigen wird. die meisten Kommentatoren sind jedoch einig, dass mit seinem tot eine schlacht gewonnen wurde, der krieg geht aber weiter.
Seine Familie nennt ihn Mittlerweile einen Märtyrer, während die irakische Regierung nach der Bekanntgabe seines Todes in Freude ausbrach. Die nächsten Wochen werden die stärke der Al-Kaida im Irak nochmals zeigen.
Die Al-Kaida im Irak drohte schon mit einer gross angelegten Anschlagsoffensive, die den Feind wie ein Erdbeben erschüttern und ihm den Schlaf rauben.
West Watch hat passend dazu die CNN Beträge der letzten Tage zusammengesammelt und stellt sie hier vor. Einfach auf ein Bild klicken, dann den Player starten.
Über Sarkawi.
![]() CNN's Nic Robertson reports on the life of Abu Musab al-Zarqawi for CNN Presents. |
![]() CNN's Nic Robertson looks at the violent career of insurgent leader Abu Musab al-Zarqawi |
Die Jagt auf Sarkawi.
Reaktionen der Koalition.
Irakische und Arabische Reaktionen.
Was jetzt?
RAW - 12.06.2006





















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