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R.I.P. Oriana Fallaci

42-17319302

Oriana Fallaci war eine der meist respektiertesten Journalistinnen und Kriegs-Korrespondentinnen der letzten 40 Jahre. Zuvor war sie eine Partisanin im Kampf gegen die Nazis im zweiten Weltkrieg. Zuletzt war sie aktiv im Kampf gegen den immer aggressiver agierenden Islamismus. Dabei wählte sie nicht immer Politisch Korrekte Worte um diesen zu umschreiben.

Der Spiegel: Rom - Ihre journalistische Karriere begann früh: Schon mit 16 Jahren verfasste Oriana Fallaci ihre ersten Artikel für verschiedene italienische Zeitungen, darunter "Il Mattino". Für "L'Epoca" berichtete sie aus Rom. Schon in dieser Zeit unternahm sie viele Reisen, 1958 schließlich ihre erste Weltreise, um über Frauen aus verschiedenen Ländern zu berichten. 1963 zog sie nach New York, schrieb unter anderem für die "New York Times", die Londoner "Times" und "Life".

Ihr provokanter, nicht immer unumstrittener Interviewstil wurde zu ihrem Markenzeichen. Unvergessen ihre Gespräche mit den großen Männern der Welt: darunter Gaddafi, Willy Brandt, Fidel Castro und Henry Kissinger. Als erste Frau gelang ihr 1979 ein Interview mit dem iranischen Revolutionsführer Ajatolla Khomeini, zu dem sie gesagt haben soll: "Ich nehme den Tschador ab, der für mich ein dummer Lumpen aus dem Mittelalter ist."

[...] Erst 2001 mischte sie sich mit einem provozierenden Artikel im "Corriere della Sera" wieder in die laufenden Debatten ein. In dem viel kritisierten Text warf sie der islamischen Welt vor, sich im Krieg gegen die Zivilisation zu befinden und rief Europa dazu auf, seine Werte konsequenter zu verteidigen. Aufsehen erregte auch ihr Besuch bei Papst Benedikt XVI. im vergangenen Jahr, der die bekennende Atheistin zu einer Privataudienz empfing.

Islam, Terrorismus und die ihrer Meinung nach zu nachsichtige Reaktion des Westens wurden zu den zentralen Themen ihrer letzten Lebensjahre. Bücher wie "Die Wut und der Stolz" (2001) und vor allem "Die Kraft der Vernunft" (2004) wurden als "Verbalattacken" kritisiert.


Auch wenn man nicht immer mit ihr einverstanden war, so verdient ihr Mut und ihre Arbeit auf alle Fälle den höchsten Respekt. Möge sie in Frieden ruhen.

Reuters | New Yorker

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