Hau den Blocher
Die schweizerische Linke, immer noch zutiefst gekränkt vom überwältigenden JA an der Urne am 24. September, unterlässt dieser Tage nichts, Bundesrat Blocher anzugreifen. Blocher, schon seit seiner Zeit als Oppositionspolitiker als Luzifer schlechthin dargestellt, scheint der Barrage von Hieben im Moment kaum noch entfliehen zu können.
Erst zweifelt er - zu Recht - bei einem Türkeibesuch am (wahrscheinlich) verfassungswidrigen Anti-Rassimusgesetz, dann trampelt er ins Fettnäpfchen der Armenierfrage und nun hegt er im neusten Fall Zweifel an der Wirksamkeit der Entwicklungshilfe in Afrika.
SP Linksaussen Andreas Gross, bekannt als Ur-Armeeabschaffer, bezichtigt Blocher direkt des Rassismus. Dieser habe in einer Sitzung der Staatspolitischen Kommission (SPK) die Afrikaner pauschal als "faul" bezeichnet. Gross wird nicht müde, den Vorwurf zu wiederholen, obwohl das Protokoll der Sitzung, welches mittlerweile auszugsweise veröffentlicht wurde, nichts dergleichen aufzeigt:
Blocher spricht an, was in Europa niemand darf: dass die Entwicklungshilfe so wie wir sie heute betreiben nichts bringt. Daniel Ammann hat in der aktuellen Weltwoche einen Artikel verfasst, der das Problem für einmal wirklich unverblümt angeht.
Allein dieser Artikel - leider kostenpflichtig- , welcher auch ein Interview mit einem afrikanischen Ökonomen beinhaltet, ist ein Kauf der Weltwoche wert.
Zusätzliche Infos zum Thema: libertaer.blog.de
Erst zweifelt er - zu Recht - bei einem Türkeibesuch am (wahrscheinlich) verfassungswidrigen Anti-Rassimusgesetz, dann trampelt er ins Fettnäpfchen der Armenierfrage und nun hegt er im neusten Fall Zweifel an der Wirksamkeit der Entwicklungshilfe in Afrika.
SP Linksaussen Andreas Gross, bekannt als Ur-Armeeabschaffer, bezichtigt Blocher direkt des Rassismus. Dieser habe in einer Sitzung der Staatspolitischen Kommission (SPK) die Afrikaner pauschal als "faul" bezeichnet. Gross wird nicht müde, den Vorwurf zu wiederholen, obwohl das Protokoll der Sitzung, welches mittlerweile auszugsweise veröffentlicht wurde, nichts dergleichen aufzeigt:
Blocher:
Wir bezahlen heute 400 Millionen Franken Entwicklungshilfe allein an Afrika. Über den Nutzen will ich nicht sprechen. Als Wirtschaftsmann erkenne ich keinen.
Man hilft ein bisschen. Wollte man die Situation verbessern, müsste man Kredite geben, um ein wirtschaftliches und ökonomische Vorankommen zu ermöglichen. Ich habe einige Erfahrungen, weil ich vor 20 Jahren zwei Fabriken in Afrika gebaut habe. Nach zwei Jahren konnte man sie nicht mehr betreten.
Es gibt dort keine entsprechende Kultur, obwohl die Menschen in der Schweiz ausgebildet wurden...Wie man mit Afrika verfahren soll, weiss ich nicht... Es sich selbst zu überlassen wäre eine Möglichkeit...Einfach Entwicklungshilfe zu leisten oder ihnen Dinge zu teuren Preisen abzukaufen; das sind doch keine Rezepte...
Ich habe mit europäischen Ministern über die Entwicklung eines Marshallplans für Afrika diskutiert wie es einen in Deutschland nach dem Krieg gegeben hatte.
Blocher spricht an, was in Europa niemand darf: dass die Entwicklungshilfe so wie wir sie heute betreiben nichts bringt. Daniel Ammann hat in der aktuellen Weltwoche einen Artikel verfasst, der das Problem für einmal wirklich unverblümt angeht.
Seit vierzig Jahren pumpt der Westen Hunderte Milliarden nach Afrika. Der Geldsegen löst keine Probleme, er schafft sie: Die Entwicklungshilfe fördert korrupte, inkompetente Regierungen, sie verhindert Reformen und schädigt die Demokratie.
Allein dieser Artikel - leider kostenpflichtig- , welcher auch ein Interview mit einem afrikanischen Ökonomen beinhaltet, ist ein Kauf der Weltwoche wert.
Zusätzliche Infos zum Thema: libertaer.blog.de
CptEggman - 17.10.2006





Bocher sagt nichts Neues - auch mit der Infragestellung des ARG nicht - auch da weiss man, dass die Auslegung im konkreten Fall für die Gerichte nicht ganz einfach ist.
ABER: Wozu Blocher diese alten Tatsachen auftischt, das ist das Problem und der Skandal. Da geht es doch nur um populistische Propaganda - einmal mehr auf dem Buckel der Minderheit. Es ist halt so bequem, Sündenböcke zu schaffen und denen für alles die Schuld in die Schuhe zu schieben. Hat Herr Blocher je mal was zu den astronomischen Löhnen der Mangager gesagt? Zeigst du mir diesen Weltwocheartikel?
Propaganda für was? Für zwei bereits gewonnene Vorlagen?
Ach die Managerlöhne; das scheinbar grösste Problem der Schweiz. Gut, wenn wir keine anderen mehr haben! Hierzu das, aber den kennst du ja schon. Die Antwort bist du mir nämlich noch schuldig! :)
Nein die Managerlöhne sind nicht das grösste Problem - aber typischerweise ist das kein Thema der Populisten, die ja selber gute Gagen garnieren. Wenn Millionäre und Miliardäre auf Minderheiten rumtrappeln und Entsolidarisierung zum politischen Programm machen, dann wirds mir mulmig - als hätten wir das nicht alles schon mal gehabt...
Im übrigen hat sich Blocher vehement für die Offenlegung der Manager-Gehälter bei börsenkotierten Unternehmen eingesetzt (was ihm in einschlägigen Kreisen als populistisch angekreidet wurde).
Politiker sind meistens populistisch, sonst werden sie nicht mehr gewählt; dabei habe ich nicht den Eindruck, dass Blocher allzusehr aus der Reihe tanzt.
Und da kommt auch Opportunismus vor - und Lösungsvorschläge werden durch Schlagworte ersetzt... Populismus ist "etwas mehr" als einfach eine Meinung.
Ah, du meinst populistisch! Wie z.B. "Kein Blut für Öl" oder "Schluss mit Abzocker-Manager" oder "Völkermordzentrale U-S-A" oder "Kein Mensch ist Ilegal" oder "Atomkraft - Nein Danke" oder.... soll ich fortfahren?
Da überzeugt mich CAK's Definition weitaus mehr: Populistisch ist die Mehrheitsmeinung, wenn ich zur Minderheit gehöre.
Nur ist das eben nicht die Bedeutung von Populismus - populistisch ist nur das Adjektiv davon. Wie soll man noch diskutieren können, wenn man gängige Definitionen einfach ändert? Was Populismus, was populistisch ist, ist doch eigentlich klar definiert.
"Scheininvalide", "Scheinasylanten", "Afrikaner sind faul", "Das AGR macht mir Bauchweh" sind ähnlich populistische Sprüche.