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Stalin, der Humanist

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Mitte 2005 veröffentlichte der Spiegel eine Umfrage zum Thema Sozialismus:

In Umfragen des Instituts TNS Infratest für den SPIEGEL stimmten 56 Prozent der Westdeutschen und 66 Prozent der Ostdeutschen der Aussage zu: "Der Sozialismus ist eine gute Idee, die bislang nur schlecht ausgeführt worden ist." Dass die Kritik von Karl Marx am Kapitalismus "noch heute ihren Sinn" habe, glauben 50 Prozent im Westen und 73 Prozent im Osten.

Zum Glück wurde der Sozialismus nie im Sinne Marxes umgesetzt, denkt man, wenn man die Analyse von Alexander Boot zu dem Thema liest:

“Any serious study will demonstrate that Marx based his theories on industrial conditions that either were already obsolete at the time or had never existed in the first place. That is no wonder, for Marx never saw the inside of a factory, farm or manufactory. [...] Whatever else he was, Marx was not a scientist. […] Marx ideals are unachievable precisely because they are so monstrous that even Bolsheviks never quite managed to realize them fully, and not for any lack of trying. For example, the [Communist] Manifesto (along with other writings by both Marx and Engels) prescribes the nationalization of all private property without exception. Even Stalin’s Russia of the 1930s fell short of that ideal. In fact, a good chunk of the Soviet economy was then in private hands [...] Really, compared with Marx, Stalin begins to look like a humanitarian. Marx also insisted that family should be done away with, with women becoming communal property. Again, for all their efforts, Lenin and Stalin never quite managed to achieve this ideal either. So where the Bolsheviks and Nazis perverted Marxism, they generally did so in the direction of softening it.
Alexander Boot floh in den 70ern aus der Sowjetunion in den Westen. Das Zitat wurde via dem Brusselsjournal gefunden.
redder (anonym) - 13. Dez, 14:27

selber lesen

erstens solltest du marx selber mal lesen, den gibt's nich als rss feed, und zweitens hat sozialismus, wie wir ihn erlebt haben, nicht viel mit marx zu tun. es ist in etwa so, wie wenn die inquisition auf christliche werte zurückführt...

CptEggman - 13. Dez, 14:58

Aii, da ist aber einer sehr elitär drauf, und das ohne die zitierte Passage gelesen zu haben. Und die gäbe es sogar als RSS Feed!
gebsn - 13. Dez, 15:18

Nazis als die sanfteren Marxisten?

Wenn man den Nazis in Sachen Perversion des Marxismus nur vorwerfen kann, sie hätten ihn abgeschwächt ... ja dann: gute Nacht.

CptEggman - 13. Dez, 15:22

Ne also jetzt mal ehrlich GEBSN, ist das wirklich was da steht? Nein, ist es nicht.
Wenn man den Nazis in Sachen Perversion des Marxismus nur vorwerfen kann, sie hätten ihn abgeschwächt ...

Niemand sagt, dies wäre RAW's einziger Vorwurf an die Nazis in Sachen Perversion von irgendwas, und das weisst Du, GEBSN. Komm bitte nicht her und verkauf dich derart unter deinem Niveau und mach einen auf "alles Nazis hier".

Sonst bist du mir doch stets als angenehmer Komentator (und Blogger) aufgefallen!
gebsn - 13. Dez, 20:07

Gefährlich

Zuerst mal danke für das Lob.

Ich weiss, dass in dem von dir zitierten Text nicht 1:1 steht, was ich im Kommentar geschrieben habe. Ich habe mir erlaubt, die Aussage zuzuspitzen.

Auf jeden Fall finde ich eine solche Aussage gefährlich. Ganz abgesehen davon, dass der Nationalsozialismus (entgegen der Meinung der SVP) nur sehr beschränkt etwas mit dem Marxismus zu tun hat, so fände doch - nehmen wir mal eine Ähnlichkeit an - die Perversion nicht hauptsächlich in der "Abschwächung" sondern in der Verwendung dieser ursprünglich humanitären Idee zur Durchsetzung der spinnerten und menschenverachtenden Zielen des Nazi-Regimes statt.

Ich will niemandem unterstellen das er das so gemeint hat, mit der Aussage wird meines Erachtens aber genau dies impliziert.
CptEggman - 14. Dez, 10:05

Danke, dass du uns nicht den Faschismus unterstellst.

Was der Text eigentlich zeigen soll, ist dass das alte Argument "Wenn wir nur gemacht hätten, was Marx wollte, hätt's keine Gulags und keinen Hunger in der Sowjetunion gegeben" zu entkräften, indem wir den Autor zitieren, der zeigt, dass Mr. Marx noch viel krassere Ideen hatte, als sie Stalin dann umgesetzt hat.

Man muss ja nicht immer gleich in Panik ausbrechen, wenn jemand ein noch grösseres Übel als das beschriebene totalitäre System (Nazis, Commies) findet. Nur weil der Karl noch durchgeknallter war, heisst nicht, dass Adolf & Josef deswegen ganz liebe waren.

Vom Verständnis dessen ging RAW bestimmt aus.
Sisyphos (anonym) - 14. Dez, 22:32

Der Post wurde heute abend im heute-"Magazin" zitiert (das 20 Minuten de fin de journée, vom Niveau her gleich hochfliegend)...

Bzgl. Streiterei dass Sozialismus, Marxismus oder gar Kommunismus sind weniger schlim, und schlecht sind als die bösen Nazis: Es sind allesamt Sozialisten bzw. Kollektiviste, die sich voneinander qualitiativ nur wenig unetscheiden. Die linke Spielart hat der rechten lediglich dies voraus, dass sie viel öfter ausprobiert und entsprechend diskreditiert wurde. Der grösste Freind der Sozialisten aller Parteien, die sich ohnehin oft und gern gegenseitig rekrutieren, bleibt der Liberalismus - Nöd für nüd.

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