Amerika lähmt Europas Politik
Natürlich gibt es keine amerikanische Politik der europäischen Lähmung. Doch Amerika treibt so manche europäische Regierung in die Handlungsunfähigkeit durch sein blosses Handeln. Es ist eigentlich schon fast egal um was es geht. Krasser Antiamerikanismus bestimmt zunehmend europäische Innenpolitik. Während Niemand gegen EU-Überregulierungswut, gegen zunehmende Gewalt in Europas Hauptstädten, oder für dringend benötigte Reformen auf die Strasse geht, können irgendwelche amerikanische Aktionen locker Zehntausende mobilisieren und ganze Regierungen zum Rückzug zwingen, sollten sie sich der Zusammenarbeit mit den USA schuldig machen.

Ende Februar war beinahe auch das Ende für die Regierung Prodi. Nach einer Abstimmungsniederlage im Parlament sagte Italiens Aussenminister D'Alema, es sei Zeit für alle nach hause zu gehen. Es ging nicht etwa um die in Italien dringend benötige Reformen. Nein, Stolperstein für die Regierung waren fundamentale Meinungsverschiedenheiten im Hinblick auf Italiens Engagement in Afghanistan. Oder anders ausgedrückt: Antiamerikanismus. Nach dem Rückzug aus dem Irak schiessen sich Parteilinke Elemente zunehmends auf den Afghanistanbeitrag Italiens im Rahmen der ISAF ein. Ignoriert wird der Fakt, dass die Mission ein UN Mandat hat und im Rahmen der NATO stattfindet. Schliesslich mache sich Italien zum Komplizen in "Amerikas Kreuzzug".
Die Antiamerikanische Stimmung wurde in den Tagen zuvor schon kräftig angeheizt: Wenig vor der verlorenen Abstimmung verweigerten drei Minister ihre Unterschrift für weitere Gelder für die italienischen Truppen in Afghanistan und verliessen aus Protest den Raum. Ein paar Tage zuvor brachte Prodi die Parteilinken gegen sich auf, weil sich die Regierung weigerte die Entscheidung der des Stadtrates von Vicenza rückgängig zu machen, der zuvor die Expansion der US Basis dort gebilligt hat.
Nachdem Präsident Napolitano den Rücktritt Prodis abgelehnt hat macht Prodis Regierung weiter. Es fragt sich nur wie lange eine Regierung noch bestehen kann, die jedes Mal wenn die USA in einem Thema involviert ist, nicht mehr rationell Handeln kann.

Bis vor kurzem genoss es Frankreichs Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy "Sarkozy, the American" genannt zu werden. Er verteilte den New Yorker Feuermännern die höchste Auszeichnung Frankreichs für ihre Rolle in 911 und er Sprach im Hauptquartier der "Daughters of the American Revolution" euphorisch über seine Bewunderung für die USA.
Doch diese Zeiten sind vorbei. Sarkozy kann sich, wenn er den Präsident werden will, seine Pro-Amerikanische Haltung angesichts eines grassierenden Antiamerikanismus in Frankreich nicht mehr leisten. Einer aktuellen IFOP Meinungsumfrage zufolge wünschen sich 75% der Franzosen eine distanzierte oder sehr distanzierte Beziehung zu den USA. Die Sozialisten versuchen aus dieser Tatsache schon seit längerem Kapital zu schlagen. Laurent Fabius, ehemaliger Premierminister, meinte kürzlich, Sarkozy könnte Blair als Pudel Bushs nachfolgen. Und nach einem Informellen Treffen von Sarkozy mit Bush meinte Segonel Royal bereits "Meine Aussenpolitik wird nicht aus knien vor Bush bestehen".
Das hat folgen. Sarkozy, der bis vor kurzem offen seine Bewunderung für das Angloamerikanische Wirtschaftsmodell äusserte sagte jetzt, der Staat habe die Aufgabe seine Wirtschaft zu schützen, er glaube nicht an Laisser-faire und verteidigte die französische Bürokratie. Plötzlich tönt er gleich wie Bayrou und Royal.
Heuchlerisches Handeln während der CIA Flug Affäre, Camerons und Browns werben für abgekühltere Beziehung zu den USA, die aktuelle Hysterie in Deutschland rund um das geplante Raketenabwehrschild, "Jacques Iraq's" Verwandlung zum Superheld der Linken während des Irakkrieges, sind weitere aktuelle Beispiele. Die Liste könnte endlos weitergeführt werden.

Dieser zunehmend feindselige Ton Europas könnte böser Früchte tragen, denn die Amerikaner sind nicht mehr länger bereit diesen zu ignorieren, wie der Spectator weiss. Ein Rückfall der Amerikaner in einen neuen Isolationismus, eine Art Neoisolationismus, ist also nicht auszuschliessen. Vor allem dann nicht, sollte ein amerikanischer Präsidentschaftskandidat die Feindseeligkeit der eigenen angeblichen Freunde zu einer Argumentationshilfe für ein zurückgeschraubtes Engagement in der Welt machen.
Viele Europäer würden gerne die UN als Wächter der Weltordnung sehen. Das würde aber voraussetzten, dass die USA die UN weiterhin als grössten Geldgeber unterstützen. Frei nach dem Motto: Gebt uns euer Geld und schaut zu wie die UN (Wundersam) wirkt.
Doch nach Oil-for-food, Sex-for-food, Dafur, Ruanda, Versagen in Nordkorea, Iran, Saddam-Irak etc. könnten Sie sich entscheiden, die Mittel für diese Chaoten-Truppe drastisch zu senken. Wer dann die fehlenden Mittel wieder zur Verfügung stellen will bleibt offen. Europa dürfte es auf jeden Fall nicht sein.
Die europäischen Ami-Go-Home Demonstranten und die Jihadis dürften sich gleichermassen über einen US-Rückzug aus dem Weltgeschehen freuen. Bei der ersten Gruppe fragt sich nur wie lange. Die geographische Nähe zum Nahenosten und ein über Atomwaffen verfügender Iran würden die Europäer zum Handeln zwingen. So mancher wird sich dann wünschen, die USA hätten sich nicht durch sein unüberlegtes Handeln beeindrucken lassen.
Quelle I, II, III

Ende Februar war beinahe auch das Ende für die Regierung Prodi. Nach einer Abstimmungsniederlage im Parlament sagte Italiens Aussenminister D'Alema, es sei Zeit für alle nach hause zu gehen. Es ging nicht etwa um die in Italien dringend benötige Reformen. Nein, Stolperstein für die Regierung waren fundamentale Meinungsverschiedenheiten im Hinblick auf Italiens Engagement in Afghanistan. Oder anders ausgedrückt: Antiamerikanismus. Nach dem Rückzug aus dem Irak schiessen sich Parteilinke Elemente zunehmends auf den Afghanistanbeitrag Italiens im Rahmen der ISAF ein. Ignoriert wird der Fakt, dass die Mission ein UN Mandat hat und im Rahmen der NATO stattfindet. Schliesslich mache sich Italien zum Komplizen in "Amerikas Kreuzzug".
Die Antiamerikanische Stimmung wurde in den Tagen zuvor schon kräftig angeheizt: Wenig vor der verlorenen Abstimmung verweigerten drei Minister ihre Unterschrift für weitere Gelder für die italienischen Truppen in Afghanistan und verliessen aus Protest den Raum. Ein paar Tage zuvor brachte Prodi die Parteilinken gegen sich auf, weil sich die Regierung weigerte die Entscheidung der des Stadtrates von Vicenza rückgängig zu machen, der zuvor die Expansion der US Basis dort gebilligt hat.
Nachdem Präsident Napolitano den Rücktritt Prodis abgelehnt hat macht Prodis Regierung weiter. Es fragt sich nur wie lange eine Regierung noch bestehen kann, die jedes Mal wenn die USA in einem Thema involviert ist, nicht mehr rationell Handeln kann.

Bis vor kurzem genoss es Frankreichs Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy "Sarkozy, the American" genannt zu werden. Er verteilte den New Yorker Feuermännern die höchste Auszeichnung Frankreichs für ihre Rolle in 911 und er Sprach im Hauptquartier der "Daughters of the American Revolution" euphorisch über seine Bewunderung für die USA.
Doch diese Zeiten sind vorbei. Sarkozy kann sich, wenn er den Präsident werden will, seine Pro-Amerikanische Haltung angesichts eines grassierenden Antiamerikanismus in Frankreich nicht mehr leisten. Einer aktuellen IFOP Meinungsumfrage zufolge wünschen sich 75% der Franzosen eine distanzierte oder sehr distanzierte Beziehung zu den USA. Die Sozialisten versuchen aus dieser Tatsache schon seit längerem Kapital zu schlagen. Laurent Fabius, ehemaliger Premierminister, meinte kürzlich, Sarkozy könnte Blair als Pudel Bushs nachfolgen. Und nach einem Informellen Treffen von Sarkozy mit Bush meinte Segonel Royal bereits "Meine Aussenpolitik wird nicht aus knien vor Bush bestehen".
Das hat folgen. Sarkozy, der bis vor kurzem offen seine Bewunderung für das Angloamerikanische Wirtschaftsmodell äusserte sagte jetzt, der Staat habe die Aufgabe seine Wirtschaft zu schützen, er glaube nicht an Laisser-faire und verteidigte die französische Bürokratie. Plötzlich tönt er gleich wie Bayrou und Royal.
Heuchlerisches Handeln während der CIA Flug Affäre, Camerons und Browns werben für abgekühltere Beziehung zu den USA, die aktuelle Hysterie in Deutschland rund um das geplante Raketenabwehrschild, "Jacques Iraq's" Verwandlung zum Superheld der Linken während des Irakkrieges, sind weitere aktuelle Beispiele. Die Liste könnte endlos weitergeführt werden.

Dieser zunehmend feindselige Ton Europas könnte böser Früchte tragen, denn die Amerikaner sind nicht mehr länger bereit diesen zu ignorieren, wie der Spectator weiss. Ein Rückfall der Amerikaner in einen neuen Isolationismus, eine Art Neoisolationismus, ist also nicht auszuschliessen. Vor allem dann nicht, sollte ein amerikanischer Präsidentschaftskandidat die Feindseeligkeit der eigenen angeblichen Freunde zu einer Argumentationshilfe für ein zurückgeschraubtes Engagement in der Welt machen.
Viele Europäer würden gerne die UN als Wächter der Weltordnung sehen. Das würde aber voraussetzten, dass die USA die UN weiterhin als grössten Geldgeber unterstützen. Frei nach dem Motto: Gebt uns euer Geld und schaut zu wie die UN (Wundersam) wirkt.
Doch nach Oil-for-food, Sex-for-food, Dafur, Ruanda, Versagen in Nordkorea, Iran, Saddam-Irak etc. könnten Sie sich entscheiden, die Mittel für diese Chaoten-Truppe drastisch zu senken. Wer dann die fehlenden Mittel wieder zur Verfügung stellen will bleibt offen. Europa dürfte es auf jeden Fall nicht sein.
Die europäischen Ami-Go-Home Demonstranten und die Jihadis dürften sich gleichermassen über einen US-Rückzug aus dem Weltgeschehen freuen. Bei der ersten Gruppe fragt sich nur wie lange. Die geographische Nähe zum Nahenosten und ein über Atomwaffen verfügender Iran würden die Europäer zum Handeln zwingen. So mancher wird sich dann wünschen, die USA hätten sich nicht durch sein unüberlegtes Handeln beeindrucken lassen.
Quelle I, II, III
RAW - Sa, 24.03.2007 -