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Cry me a river!

Ein gutes Merkmal für die Rechtmässigkeit einer rechtsstaatlichen Aktion ist oft der Pegel des Geschreis der Künstlerkaste.

Der seit 30 Jahren flüchtige Kindervergewaltiger Roman Polanski konnte am Sonntag endlich in Zürich festgenommen werden. Dies nachdem Interpol im Jahr 2005 seine Verhaftung angeordnet hatte. Frankreich, welches auch gerne mal Strassen nach amerikanischen Polizistenmördern benennt, hatte jahrzehntelang ein Rechtshilfegesuch der US Justiz ignoriert.

Scheinbar erscheinen so lapidare Dinge wie die Internationale Kriminalpolizeiliche Organisation (187 Mitgliedstaaten) und Rechtshilfegesuche zwischen verbündeten Staaten nicht so weit oben auf der Liste der Künster wie die Qualität der Arbeit eines Gesuchten.

Copkiller Mumia Abu-Jamal schrieb schliesslich nette Texte, Vierfachmörder Tookie Williams herzige Kinderbücher und Polanski gute Filme.

Die sonst stets auf Internationales Recht pochende Schweizer Servelat-Intelligenzia macht sich gerade kollektiv lächerlich. Hier ein paar Auszüge:
Man hätte ja unzählige Gelegenheiten gehabt, Polanski schon vorher zu schnappen. Ich weiss nicht, was es zu bedeuten hat, dass man ihn ausgerechnet jetzt in Zürich verhaftet hat.
-- Bettina Oberli, Filmregisseurin
Hat die Justiz neuerdings eine begrenzte Anzahl Versuche, um einen Gesuchten zu verhaften?
Die Verhaftung von Roman Polanski ist peinlich und beschämend für die Schweiz. Ich bin selbstverständlich für Rechtsgleichheit. Aber ich verstehe nicht, weshalb sich die Schweiz jetzt bemüssigt fühlt, den USA zuliebe den Musterschüler zu spielen.
-- Micha Lewinsky, Filmregisseur
Rechtsgleichheit für Alle! Ausser für Regisseure.
Der Zeitpunkt der Verhaftung ist völlig willkürlich, ich habe Roman Polanski x-mal in Gstaad gesehen.
-- This Brunner, langjähriger Chef der Arthouse-Kinos
Gstaad scheint ein rechtsfreier Raum zu sein.
Ich schäme mich in diesem Moment, Schweizer zu sein. [...] Mit der Verhaftung desavouiert man auch das Zurich Film Festival.
-- Christian Frei, Dokumentarfilmer
Viertklassige Filmfestivals vor Rechtsgleichheit - ein klarer Fall.
Als ich von seiner Verhaftung erfahren habe, habe ich einen Weinkrampf erlitten. Ich kenne Polanski seit 25 Jahren, er ist ein Genie.
-- Otto Wisser, Fotograf
Und ein Kinderficker. Leider schliessen sich diese Eigenschaften nicht aus.

Quelle: Der Bund
Mocus (Gast) - 29. Sep, 08:01

Beschämende Festivalleitung

Da weiss die Festivalleitung wohl nicht was sie dazu sagen soll. Der Marketing-Event kann mit einer politischen Situation wie dieser nicht umgehen. Das (potentielle) Publikum ist laut Umfragen (großer Tageszeitungen) für die Verhaftung, die Filmbranche weltweit dagegen. Wo die Leitung Schildknecht und Spörri stehen weiss man nicht, lieber Kopf einziehen und nichts machen. Das Züricher Event wird immer peinlicher, dank Ihren beiden Veranstaltern.

wingman (Gast) - 5. Okt, 21:46

nun, es ist ja nichts neues, dass diese kulturbrüder nicht weiter als bis zu ihren brillengläsern sehen können, wenn's um rechtliche fragen geht. für mich sind all diese schauspieler, theaterdarsteller und weitere, welche ohne subventionelle unterstützung kaum überlebschancen hätten, nur schizophrene kreaturen. lediglich weil sie sich ellenlange texte merken und diese dann vor einer kamera oscarwürdig wiedergeben können, werden sie nicht in irrenanstalten eingesperrt.

fakt ist, dass dieser polanski INTERNATIONAL zur festnahme und rückführung in einer datenbank ausgeschrieben war. wir kennen diese datenbank in der schweiz als RIPOL. dort werden gegenstände registriert, die als gestohlen gemeldet werden sowie personen, die eine straftat begangen haben und deswegen für befragungen oder eben verhaftungen gesucht werden. ergo finden wir in diesem register unzählige fahrräder, fernseher, kontrollschilder, autos und eben auch personen. vom junkie r. k. aus t. sowie osama bin laden. ausländer wie schweizer. dass kein polizist all diese gegenstände und personen im kopf haben kann versteht sich nach vorheriger erklärung des systems von selbst.

auch aus diesem grund ist es grösstenteils nur zufall, wenn dann auch ein gegenstand oder eine person, in diesem register ausgeschrieben, überprüft und somit die ausschreibung entdeckt wird.
der lusche typ auf dem fahrrad wird einer personenkontrolle unterzogen, weil er eben lusch ist und ein teures fahrrad unterm arsch mitführt.
welcher polizist würde aber einen mit anzug, kravatte und teurem aktenkoffer ausgerüsteten passanten einfach kontrollieren? keiner. in diese kategorie gehört auch roman polanski. elegantes auftreten, sich immer in besten kreisen bewegend und ein begnadeter schauspieler, regisseur, drehbuchschreiber und was weiss ich noch alles.

die zürcher polizei bekam wahrscheinlich einen tipp, dass dieser polanski in die schweiz einreisen will. seine personalien wurden im RIPOL nachgeschlagen, die ausschreibung entdeckt..und den rest der geschichte kennen wir alle. so kann es gehen.

es ist eine schande, sich hinter die person polanski wegen seinen sensationellen beruflichen leistungen zu stellen. er hat sich an einer minderjährigen vergriffen. polanski selber nennt dies lapitar "mit ihr geschlafen". fakt ist, dass er ein abscheuliches verbrechen begangen hat. untollerierbar und einfach nur widerlich.
in den USA sind sexuelle handlungen mit minderjährigen straf- und unverjährbar. die schweiz hat ein auslieferungsabkommen mit good old USA. in diesem falle gilt das amerikanische recht und nicht das schweizerische (verjährbarkeit, die wir mal hatten). roman polanski gehört ausgeliefert und er soll sich dort dem gericht stellen müssen.

das opfer hat ihm verziehen, ob unter druck oder nach dem versprechen einer zahlung eines entsprechenden geldbetrages (aussergerichtlich) tut nichts zu sache. ein verzeihen hebelt in diesem falle den straftatbestand gemäss strafgesetzbuch nicht aus. es handelt sich um ein offizialdelikt. die strafverfolgung wird aufgenommen, auch wenn das opfer dies nicht will.

all diese aussagen von unseren glorreichenden kulturschaffenden heinis, und zu meiner verwunderung auch einiger politiker (vielleicht bin ich zwar doch nicht so verwundert, wenn ich die parteizugehörigkeit der exponenten kenne), sind unüberlegt und unverständlich.

noch kurz dazu: "Frankreich, welches auch gerne mal Strassen nach amerikanischen Polizistenmördern benennt, hatte jahrzehntelang ein Rechtshilfegesuch der US Justiz ignoriert"; kein staat ist verpflichtet, seine eigenen staatsangeörigen auszuliefern. und meines wissens besteht dieses auslieferungsersuchen erst seit dem jahre 2005.

so, genug geschwafelt.
gruss von wingman

musiktipp: http://www.youtube.com/watch?v=RKhbzLmpw34

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