Schweiz

Aussenpolitik – Zum Scheitern verurteilte Versuche der Schweiz

Die schweizerische Neutralität hat Jahrzehnte lang eine wirkungsvolle Aussenpolitik der Schweiz verhindert. Übung macht den Meister, und an dieser fehlenden Übung scheint das Land heute zu kranken. Lange bevor Calmy-Ray und Merz stand es im Kleinstaat schlecht um die Vertretung nationaler Interessen auf der Weltbühne.

In den Neunzigern unfähig, den schwierigen Umgang mit der eigenen Geschichte im zweiten Weltkrieg verlustfrei gegenüber der Weltgemeinschaft zu vertreten, war eine Demütigung in Folge der durchaus gerechtfertigten und gutgeheissenen Klagen jüdischer Interessengruppen an die Adresse der Schweizer Banken unausweichlich. Der kleine Schurkenstaat im Herzen Europas war geboren.

Eine effektive Aussenpolitik sollte zum Ziel haben, Angriffe von Aussen auf der diplomatischen Ebene wirkungsvoll zu entkräften, bevor diese zur Krise wachsen. Wer in den letzten Monaten gut aufgepasst hat, stellt fest, dass genau diese Methode hierzulande nicht angewendet wird. Ein Angriff auf die Schweiz oder ihre Institutionen und Traditionen wird in aller Regel mit allgemeinem Chaos in der Exekutive beantwortet.

Fabuliert etwa ein Finanzminister aus Deutschland polemisch von der Kavallerie ist ein Einknicken unserer Regierung in Steuerfragen voraussehbar. Nimmt ein nordafrikanischer Diktator aus Vergeltung für die Demütigung seines Sohnes in einem Genfer Hotel Geiseln, kann dieser davon ausgehen, dass genau gar nichts geschieht. Übt eine Grossmacht mit allen Mitteln Druck auf unser Bankensystem aus, schickt die Schweiz zwei Unfähige ins Gefecht – mit dem Resultat, dass eine hundertjährige Tradition die nicht unwesentlich für den Wohlstand unserer Gesellschaft verantwortlich ist einfach abgeschafft wird.

Nationale Interessen haben nichts mit Moral zu tun. Ist das Bankgeheimnis über alle Zweifel erhaben? Sicher nicht. Hatten unsere Banken bezüglich der namenlosen Konten Dreck am Stecken? Gewiss. Eine geschickte Aussenpolitik steckt aber den Horizont weiter. Sie stellt Probleme in den Kontext längerfristiger Planung. Es ist beispielsweise nicht moralisch, ausländische Steuerbetrüger zu schützen. Das Wohl unseres Finanzplatzes kommt allerdings in der Prioritätenliste weit vor dem der IRS.

Kein Land – auch wenn es noch so friedlich ist – kann es sich leisten, dass seine Bürger als Geiseln gehalten werden. Kein westliches Land würde in diesem Fall einen Kniefall der Ausprägung Merz produzieren und einen „Vertrag“ nach Hause bringen, der dem Gegenüber alles eingesteht und in dem die Geiseln mit keinem Wort erwähnt werden. Mit Verlaub: starke Länder hätten längst ihre Bomber getankt.

Aussenpolitik darf sich auch nicht darauf beschränken, gutgemeinte aber nutzlose private Vorhaben wie das der „Genfer Initiative“ wochenlange breitzuschlagen, als lägen hier wirkliche nationale Interessen vor.

Es ist in all dem schlicht keine Linie, keine Strategie, keine Verfolgung langfristiger Ziele zu erkennen. Der Bundesrat eilt von Krise zu Krise, von Ohrfeige zu Ohrfeige, stets unvorbereitet, uneinig und planlos. Es ist an der Zeit, hier Änderungen vorzunehmen. Es soll unserem Staat nicht verwehrt sein, für seine Interessen einzustehen.

Sisyphos veröffentlicht Liberales Programm 2009

Anlässlich des 1. Augusts darf ich wieder an meine schon fast traditionelle Auflistung liberaler und freiheitlicher Forderungen an die Schweiz anknüpfen, die wie jedes Jahr leicht angepasst daher kommt.
Das neuste Werk ist für Liberale ein Genuss, für Obrigkeitshörige und Paläo-konservative eine Roadmap direkt in deren Hölle.

Wie tickt der Schweizer?

Vernunft Schweiz ist
ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel die Schweizer Bevölkerung zu Abstimmungsvorlagen und politischen Themen neutral und möglichst einfach zu informieren, damit sich jeder Bürger selber eine Meinung bilden kann.
Soeben sind Resultate der neusten Studie des Think Tanks erschienen.

Wer wissen will, wie die Schweizer zu verschiedensten gesellschaftlichen und politischen Themen denken, kommt um den Bericht (PDF) nicht herum.

Das MusicStar Komplott

Music Star, das Schweizer Pendant zu Deutschland sucht den Irgendwas, scheint nun auch in die Klauen der Zionistischen Weltverschwörung™ geraten zu sein.

Wer singen kann, ist bei solchen Wettbewerben klar im Vorteil. Wer nebst einer schlechten Stimme auch noch einen tiefen Unterhaltungswert vorweist, fliegt raus. So die Regeln.

Albresha und Muhammed hiessen die Kandidaten, Rauswurf das Urteil, welches die Jury - wie auch die Zuschauer - am vergangenen Wochenende fällten. Ein klarer Fall von fehlendem Talent, könnte man meinen. Dies sehen die Mamas der lieben Kleinen aber anders.
Ist ihre Religion mitverantwortlich für ihr schlechtes Abschneiden? «Ja», glaubt Albreshas Mutter. «Viele Schweizer finden Muslime nicht toll. Sie reduzieren uns auf die Religion.»
[...]
Dieser Meinung ist auch Muhammeds Mutter: «Ich spüre hierzulande eine Abneigung gegen unsere Kultur», sagt sie. Sie habe damit gerechnet, dass «Mumi» und «Albi» zu kämpfen hätten.
Wahrscheinlich waren's de Jooodn!

Natürlich ist dieser Post oberfrech populistisch. Natürlich hat weder die eine, noch die andere Mama den Juden die Schuld gegeben. Und natürlich konnte ich mir das nicht verkneifen.

Aber des Pudels Kern ist ein anderer. Fällt es nicht auf, dass wiedermal alle anderen Schuld sind? Bin ich es, oder ist bei manchen Menschen eines gewissen Kulturkreises der Drang, hinter allem eine Verschwörung oder zumindest eine irationale Abneigung gegen die eigene Religion oder Ethnie zu suchen, schon fast zwanghaft?


Hat-Tip: The Weatherman

Roger Köppel ist Journalist des Jahres

Roger Köppel, ehemals Chefredaktor der Welt, heute wieder Chefredaktor und Verleger der Weltwoche, ist zum "Journalist des Jahres" gewählt worden.

Herzliche Gratulation, Roger!

Gut gibt es Köppel, der die ehemals marode linke Wochenzeitung Weltwoche in kurzer Zeit zum knackig liberalen Wochenmagazin des heutigen Formats gemacht hat.

Wermutstropfen: Iren "Hisbollah" Meier hat den zweiten Platz belegt. Schweizer Radiohörer erinnern sich an ihr "faires und ausgewogenes" Gejammer während dem Libanonkrieg.

Taschenrechner Gezückt

In meiner Gemeinde versucht mein Lieblingspolitiker seit Jahren, die Steuern zu senken. Der Etat liesse es zu, aber immer wieder kommen neue Wünsche seitens der anderen Ratsmitglieder hinzu: eine neue 30er Zone hier, einen Zustupf für die lokale Tagesstätte dort.

Auf Bundesebene hat man andere Probleme. Als George W. Bush vor Jahren erstmals versuchte, die Steuern in den USA zu senken, hallten die Schreie der Empörung bis in die alte Welt. Reichengeschenk!

Die Begründung für den Sturm der Entrüstung: Reiche erhalten rein rechnerisch mehr als Arme. Das hat Michael Moore in Dude Where's My Country auch ganz anschaulich allen erklärt, die es lesen wollten.

Dieses Kettenmail - vor langer Zeit durch meine Inbox rein- und durch die Outbox an alle Freunde wieder rausgerauscht - zeigt auf, warum dem so ist. Und warum es auch so sein soll.
Es waren einmal zehn Männer, die gingen jeden Tag miteinander zum Essen.

Und die Rechnung für alle zusammen betrug jeden Tag genau 100 Franken.

Die Gäste teilten die Rechnung nicht einfach durch zehn sondern so ungleich, wie wir unsere Steuern zahlen. Vier der zehn Gäste, die Ärmsten, zahlten gar nichts. Der Fünfte zahlte 1 Franken, der Sechste 3, der Siebte 7, der Achte 12 und der Neunte 18 Franken. Der Zehnte, der Reichste, zahlte 59 Franken.

Das ging eine ganze Zeit lang gut. Jeden Tag kamen sie zum Essen, alle waren zufrieden.

Doch eines Tages brachte der Wirt dieses Arrangement fürchterlich durcheinander.

Dabei hatte er es nur gut gemeint: Er schlug vor, den Preis für das Essen von 100 auf 80
Franken zu reduzieren.

„Weil Sie alle so gute Gäste sind!“, sagte er. Wie nett von ihm!

Das Problem war nur: Die Gruppe wollte unbedingt weiterhin nach dem progressiven System bezahlen, nach welchem wir besteuert werden. Dabei war klar, dass sich für die ersten vier Gäste nichts ändern sollte: Sie bekamen weiter freie Kost. Aber wie sollten die übrigen sechs die 20 Franken Entlastung gerecht aufteilen?

Sollte einfach jeder ein Sechstel davon bekommen, also 3,33 Franken weniger zahlen?

Das hätte wohl Streit gegeben: Die Gäste Nummer fünf und sechs bezahlten ja bisher nur 1 bzw. 3 Franken- sie hätten dann für das essen Geld bekommen, statt dafür zu bezahlen. Also machte der Wirt noch einen zweiten, ebenfalls gut gemeinten Vorschlag. Und damit nahm das Unglück seinen Lauf. Er schlug nämlich vor:

Die 6 zahlenden Gäste sollten nicht absolut, sondern prozentual gleich stark entlastet werden. Oder wenigstens ungefähr, sofern das bei runden Frankenbeträgen möglich wäre. Der Wirt kramte einen Bleistift aus seiner Schürze hervor, nahm einen Bierdeckel und kritzelte eine Weile darauf herum. Heraus kam die folgende neue Lastenverteilung:

Der Gast Nummer fünf, der bisher nur 1 Franken zahlte, aß wie die ersten vier Gäste umsonst (100% Entlastung). Der Sechste zahlte statt 3 nur 2 Franken (33% Entlastung), der Siebte statt 7 nur 5 Franken (28% Entlastung), der Achte statt 12 nur 9 Franken (25% Entlastung) und der Neunte statt 18 nur 14 Franken (22% Entlastung).

Für den Zehnten, den Reichsten, ergab der Bierdeckel noch 16 Prozent Entlastung: Er musste statt 59 nun 49 Franken zahlen. Zufrieden verabschiedeten sich die Gäste vom Wirt. Es schien eine prima Lösung: Statt vier essen fünf Gäste kostenlos, und die anderen werden spürbar entlastet.

Aber als sie vor der Wirtschaft noch mal nachrechneten, erwies sich auch diese Regelung plötzlich als konfliktträchtig. „Ich habe von den 20 Franken nur einen einzigen abgekriegt“, sagte der fünfte Gast und zeigte auf den zehnten Gast, den Reichen. „Aber der da kriegt 10 Franken!“ Da rief der Sechste: „Stimmt- ich habe auch nur 1 Franken gekriegt, und der da zehnmal so viel.“ Auch der Siebte wurde jetzt sauer: „Wie wahr - warum kriegt der da 10 Franken zurück und ich nur 2? Der ist doch sowieso schon reicher als ich.“

Wie aus einem Munde riefen die Gäste Nummer eins bis vier, die schon immer kostenlos aßen: „Wir haben überhaupt nichts bekommen. Das System beutet die Armen aus!!!“

Und am Ende gingen die neun gemeinsam auf den Zehnten los und verprügelten ihn.

Am nächsten Tag tauchte der zehnte Gast nicht zum Essen auf und die übrigen aßen ohne ihn. Aber als es an der Zeit war, die Rechnung zu begleichen, stellten sie etwas Außerordentliches fest: Sie hatten alle zusammen nicht genug Geld, um auch nur die Hälfte der Rechnung zu zahlen!

Und wenn sie nicht verhungert sind dann wundern sie sich noch heute.

Und so funktioniert auch unser Steuersystem: Wer die höchsten Steuern zahlt, hat den größten Vorteil bei einer Steuersenkung. Sonst kann es passieren, dass er irgendwann nicht mehr am Tisch erscheint. In Monaco und in der Karibik gibt es auch ganz tolle Restaurants.
Wiederentdeckt bei Beat's Blog.

Hau den Blocher

Die schweizerische Linke, immer noch zutiefst gekränkt vom überwältigenden JA an der Urne am 24. September, unterlässt dieser Tage nichts, Bundesrat Blocher anzugreifen. Blocher, schon seit seiner Zeit als Oppositionspolitiker als Luzifer schlechthin dargestellt, scheint der Barrage von Hieben im Moment kaum noch entfliehen zu können.

Erst zweifelt er - zu Recht - bei einem Türkeibesuch am (wahrscheinlich) verfassungswidrigen Anti-Rassimusgesetz, dann trampelt er ins Fettnäpfchen der Armenierfrage und nun hegt er im neusten Fall Zweifel an der Wirksamkeit der Entwicklungshilfe in Afrika.

SP Linksaussen Andreas Gross, bekannt als Ur-Armeeabschaffer, bezichtigt Blocher direkt des Rassismus. Dieser habe in einer Sitzung der Staatspolitischen Kommission (SPK) die Afrikaner pauschal als "faul" bezeichnet. Gross wird nicht müde, den Vorwurf zu wiederholen, obwohl das Protokoll der Sitzung, welches mittlerweile auszugsweise veröffentlicht wurde, nichts dergleichen aufzeigt:
Blocher:
Wir bezahlen heute 400 Millionen Franken Entwicklungshilfe allein an Afrika. Über den Nutzen will ich nicht sprechen. Als Wirtschaftsmann erkenne ich keinen.

Man hilft ein bisschen. Wollte man die Situation verbessern, müsste man Kredite geben, um ein wirtschaftliches und ökonomische Vorankommen zu ermöglichen. Ich habe einige Erfahrungen, weil ich vor 20 Jahren zwei Fabriken in Afrika gebaut habe. Nach zwei Jahren konnte man sie nicht mehr betreten.

Es gibt dort keine entsprechende Kultur, obwohl die Menschen in der Schweiz ausgebildet wurden...Wie man mit Afrika verfahren soll, weiss ich nicht... Es sich selbst zu überlassen wäre eine Möglichkeit...Einfach Entwicklungshilfe zu leisten oder ihnen Dinge zu teuren Preisen abzukaufen; das sind doch keine Rezepte...
Ich habe mit europäischen Ministern über die Entwicklung eines Marshallplans für Afrika diskutiert wie es einen in Deutschland nach dem Krieg gegeben hatte.
Blocher spricht an, was in Europa niemand darf: dass die Entwicklungshilfe so wie wir sie heute betreiben nichts bringt. Daniel Ammann hat in der aktuellen Weltwoche einen Artikel verfasst, der das Problem für einmal wirklich unverblümt angeht.
Seit vierzig Jahren pumpt der Westen Hunderte Milliarden nach Afrika. Der Geldsegen löst keine Probleme, er schafft sie: Die Entwicklungshilfe fördert korrupte, inkompetente Regierungen, sie verhindert Reformen und schädigt die Demokratie.
Allein dieser Artikel - leider kostenpflichtig- , welcher auch ein Interview mit einem afrikanischen Ökonomen beinhaltet, ist ein Kauf der Weltwoche wert.

Zusätzliche Infos zum Thema: libertaer.blog.de

Bilder von der Israel Demo









3000 Personen konnten bei gutem Wetter friedlich, zivilisiert und engagiert für Israel demonstrieren. Es gab keine Berichte von brennenden Flaggen, demolierten Botschaften oder attackierten Polizisten.

Pro Israel Demo in Bern


Bild: Israel-Werke Schweiz


Am 30. September findet auf dem Berner Bundesplatz ab 14.30 Uhr eine Demo für Israel statt. Es geht darum, Flagge zu zeigen. Israelische und Schweizerische, um genau zu sein.

Auch wenn im Libanon in der Zwischenzeit offiziell die Waffen schweigen, der Sturm auf die einzige Demokratie im Nahen Osten geht weiter. Der Raketenbeschuss aus von der PA kontrollierten Gebieten geht weiter. Die von Hisbollah und Hamas gekidnappten Soldaten sind immer noch nicht frei.

Status Quo also für einen Staat und sein Volk, dessen Existenzrecht auch hierzulande immer wieder in Frage gestellt wird.

Einen Flyer mit allen Details zum Anlass gibts beim Israelforum als PDF.

...

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