The Swiss Option
In den USA tobt der Kampf um das Gesundheitswesen. Die Linke will endlich eine Lösung für die 47 Millionen Amerikaner ohne Krankenkasse, die Rechte sieht den überbordenden Staat einen weiteren persönlichen Lebensbereich der Bürger wie auch den freien Markt anschneiden.
Wer sich mit dem Health Care System der USA auseinandersetzt, kann als Aussenstehender nüchtern betrachtet die folgenden Feststellungen machen.
Anarchokapitalistische Health Care ist des Teufels
Regiert – wie in den USA – für Erwachsene unterhalb der Rentnerschwelle der reine Markt, gelten die uralten Regeln desselben. Erwünscht ist für eine Krankenkasse nur jener Kunde, der mit seinen zeitweiligen Leiden nach Abwälzung der Kosten auf gesündere Patienten nicht das Budget der Firma belastet. Chronisch Kranke, Risikopatienten und andere potentiell reissende Geldbäche werden nicht in die Versorgung aufgenommen oder müssen mit Beiträgen rechnen, welche für Normalverdiener unerschwinglich sind. Dies hat wohlgemerkt nichts mit fehlender Moral zu tun: eine Krankenkasse die diese Methode nicht anwendet wird Konkurs gehen, es sei denn sie stösst auf ein übernatürlich grosses Vorkommen an kerngesunden Mönchen. Darüber hinaus darf man feststellen, dass es eines westlichen Landes unwürdig ist, dass sich Leute dafür entscheiden müssen einen Abszess weiter eitern zu lassen, weil das Geld für den Arzt und das Antibiotikum fehlt.
Staatliche Health Care ist des Teufels
Die Wunsch nach einer rein staatlichen Grundversorgung der Linken in den USA ist nicht ohne glühende Vorreiterbeispiele: in Grossbritannien herrscht notorische Bettenknappheit die dazu führen kann, dass ein Kind keine Herzoperation erhält, in Kanada werden Patientinnen in Wehen quer durch das Land geflogen und im Helikopter entbunden weil Kreissäle fehlen, und in England - erneut - fehlt es an Ärzten, weil ein Einkommensmaximum für keinerlei Anreize sorgt, diesen schwierigen Beruf auszuüben. Die Menschen in den angesprochenen Ländern sind nicht zufrieden mit ihrer staatlichen Lösung, ausser dass das miserable Angebot nun mal da ist und sowieso mit den Steuern bezahlt wird, ob man will oder nicht. Es gibt aufgrund fehlender Konkurrenz auch keinerlei Anreize, eine neue teure MRI Maschine zu kaufen oder dafür zu sorgen, dass Notfallzentren auch am Wochenende geöffnet bleiben. Mit der Zeit sinkt so automatisch der Standard im Gesundheitswesen und das ist wiederum eines westlichen Landes nicht würdig.
Der Mittelweg ist unnötig kompliziert
Obama weiss, dass er eine rein staatliche Lösung niemals von seinen Demokratischen Freunden durchbringen kann – diese ist selbst mit einer zahlenmässig Demokratischen Übermacht nicht mehrheitsfähig. Er weiss auch, dass es so nicht weitergehen kann. Also sieht sein Kompromiss vor, den Staat quasi eine eigene Krankenkasse betreiben zu lassen, die keine Auswahl kennt und eine gewisse Grunddeckung allen Bürgern bietet. Er nennt dies die „Government Option“. Dies beruhigt aber einen nicht genügend grossen Anteil der Republikaner, der Widerstand ist immer noch massiv. Pokert der Präsident hoch und sein Plan schlägt fehl, muss Obama sich eine Schlappe gefallen lassen, die an „Hillary Care“ in den Neunzigern erinnert und die Debatte um das Gesundheitswesen wieder für zehn Jahre unnötig einfriert.
Aber wieso denn so kompliziert? Man soll nicht ins eigene Horn blasen, aberfür mich ist die Schweizer Lösung vertretbar und darüber hinaus eigentlich auch die Lösung für die USA.
Zur Erinnerung: der Staat lässt einen freien Krankenkassenmarkt zu, schreibt aber vor, dass Kunden für die im Umfang fest reglementierte Grundversorgung nicht abgelehnt werden dürfen. Die Beiträge für diese Grundversorgung variieren teils stark, aber der Staat verhindert dass dabei Geld verdient wird welches über reine Investitionsrückstellungen hinausgeht. Dies lässt einen Wettbewerb zu – in der kleinen Schweiz tummeln sich 94 Kassen – ohne dass dabei Kranke draussen bleiben müssen. Das Beste daran? Republikaner herhören: der Staat mischt nicht mit! Er betreibt keine eigene Kasse, weil er das nämlich nicht kann. Er belastet die Steuern der Bürger nicht, um uneinsichtige Raucher und Fettfresser zu pflegen. Er muss zwar zugegebenermassen eine gewisse Ausgleichsfunktion wahrnehmen und über Fonds für einen finanziellen Puffer sorgen, aber diese Belastung liegt weit unter dem, was das volle Programm kosten würde.
Wer sich mit dem Health Care System der USA auseinandersetzt, kann als Aussenstehender nüchtern betrachtet die folgenden Feststellungen machen.
Anarchokapitalistische Health Care ist des Teufels
Regiert – wie in den USA – für Erwachsene unterhalb der Rentnerschwelle der reine Markt, gelten die uralten Regeln desselben. Erwünscht ist für eine Krankenkasse nur jener Kunde, der mit seinen zeitweiligen Leiden nach Abwälzung der Kosten auf gesündere Patienten nicht das Budget der Firma belastet. Chronisch Kranke, Risikopatienten und andere potentiell reissende Geldbäche werden nicht in die Versorgung aufgenommen oder müssen mit Beiträgen rechnen, welche für Normalverdiener unerschwinglich sind. Dies hat wohlgemerkt nichts mit fehlender Moral zu tun: eine Krankenkasse die diese Methode nicht anwendet wird Konkurs gehen, es sei denn sie stösst auf ein übernatürlich grosses Vorkommen an kerngesunden Mönchen. Darüber hinaus darf man feststellen, dass es eines westlichen Landes unwürdig ist, dass sich Leute dafür entscheiden müssen einen Abszess weiter eitern zu lassen, weil das Geld für den Arzt und das Antibiotikum fehlt.
Staatliche Health Care ist des Teufels
Die Wunsch nach einer rein staatlichen Grundversorgung der Linken in den USA ist nicht ohne glühende Vorreiterbeispiele: in Grossbritannien herrscht notorische Bettenknappheit die dazu führen kann, dass ein Kind keine Herzoperation erhält, in Kanada werden Patientinnen in Wehen quer durch das Land geflogen und im Helikopter entbunden weil Kreissäle fehlen, und in England - erneut - fehlt es an Ärzten, weil ein Einkommensmaximum für keinerlei Anreize sorgt, diesen schwierigen Beruf auszuüben. Die Menschen in den angesprochenen Ländern sind nicht zufrieden mit ihrer staatlichen Lösung, ausser dass das miserable Angebot nun mal da ist und sowieso mit den Steuern bezahlt wird, ob man will oder nicht. Es gibt aufgrund fehlender Konkurrenz auch keinerlei Anreize, eine neue teure MRI Maschine zu kaufen oder dafür zu sorgen, dass Notfallzentren auch am Wochenende geöffnet bleiben. Mit der Zeit sinkt so automatisch der Standard im Gesundheitswesen und das ist wiederum eines westlichen Landes nicht würdig.
Der Mittelweg ist unnötig kompliziert
Obama weiss, dass er eine rein staatliche Lösung niemals von seinen Demokratischen Freunden durchbringen kann – diese ist selbst mit einer zahlenmässig Demokratischen Übermacht nicht mehrheitsfähig. Er weiss auch, dass es so nicht weitergehen kann. Also sieht sein Kompromiss vor, den Staat quasi eine eigene Krankenkasse betreiben zu lassen, die keine Auswahl kennt und eine gewisse Grunddeckung allen Bürgern bietet. Er nennt dies die „Government Option“. Dies beruhigt aber einen nicht genügend grossen Anteil der Republikaner, der Widerstand ist immer noch massiv. Pokert der Präsident hoch und sein Plan schlägt fehl, muss Obama sich eine Schlappe gefallen lassen, die an „Hillary Care“ in den Neunzigern erinnert und die Debatte um das Gesundheitswesen wieder für zehn Jahre unnötig einfriert.
Aber wieso denn so kompliziert? Man soll nicht ins eigene Horn blasen, aberfür mich ist die Schweizer Lösung vertretbar und darüber hinaus eigentlich auch die Lösung für die USA.
Zur Erinnerung: der Staat lässt einen freien Krankenkassenmarkt zu, schreibt aber vor, dass Kunden für die im Umfang fest reglementierte Grundversorgung nicht abgelehnt werden dürfen. Die Beiträge für diese Grundversorgung variieren teils stark, aber der Staat verhindert dass dabei Geld verdient wird welches über reine Investitionsrückstellungen hinausgeht. Dies lässt einen Wettbewerb zu – in der kleinen Schweiz tummeln sich 94 Kassen – ohne dass dabei Kranke draussen bleiben müssen. Das Beste daran? Republikaner herhören: der Staat mischt nicht mit! Er betreibt keine eigene Kasse, weil er das nämlich nicht kann. Er belastet die Steuern der Bürger nicht, um uneinsichtige Raucher und Fettfresser zu pflegen. Er muss zwar zugegebenermassen eine gewisse Ausgleichsfunktion wahrnehmen und über Fonds für einen finanziellen Puffer sorgen, aber diese Belastung liegt weit unter dem, was das volle Programm kosten würde.
CptEggman - Mi, 29.07.2009 - USA


