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Wissenschaft & Technik

Warum Kyoto Evil Ist

Eigentlich war ich bisher ganz damit zufrieden, mit "so what" gegen Kyoto zu argumentieren. Das Einfache funktioniert, und Kyto funktioniert überhaupt nicht. Kein Unterzeichnerland wird die Vorgaben erfüllen, und das wusste bereits 1990 und 1997 jeder. Und etwas tun, was nur kostet und nix bringt, ist einfach dämlich. Diese Maxime bringt jede gute Mutter bereits in die Erziehung ein.

Maxeiner & Miersch zeigen mir heute jedoch noch einen weiteren Argumentationspunkt: Kyoto ist eine himmeltraurige Umverteilungsmaschine. Nur diesmal - so richtig evil eben - von unten nach oben, statt wie vom Staat her gewohnt in die andere Richtung.

Lest selbst! Da wird dem Antikapitalisten doch gleich anders, oder?

Die Definitionsmacht

In der Welt findet sich ein lesenswerter Artikel unserer guten Freunde Maxeiner & Miersch, welcher sich mit unserer verdrehten Sichtweise befasst welche wir an den Tag legen, sobald es um Atomkraft im allgemeinen und Chernobyl im speziellen geht.
Da wäre zunächst der offizielle Bericht des Tschernobyl-Forums. Dies ist eine wissenschaftliche Vereinigung aus UN-Organisationen (darunter IAEA, WHO, UNDP, UNEP) und der Regierungen der Ukraine, Weißrußlands und Rußlands. Sie berichten von 56 Menschen, die bislang infolge der Strahlung gestorben sind, und befürchten, daß in den nächsten 70 Jahren weitere 4000 hinzukommen könnten. Schlimm genug.
Wahrlich. Aber das reicht einigen Kreisen scheinbar nicht. Es ist verständlich, dass 1986 kurz nach dem GAU die Weltunterganspropheten ihre Stunde hatten. Alle hatten eine Scheissangst, ich mag mich erinnern. Aber es scheint, dass einige immer noch stark übertreiben...
Führende Köpfe von SPD und Grünen kolportierten Zahlen von 100 000 Toten, Greenpeace 93 000, die Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) steigerten auf 264 000 Tote, der britische "Guardian" raunte gar von 500 000 Toten.
Jemand mehr? Irgendwer? Habe ich ein höheres Gebot? Niemand?

Und dann kommen die zwei Autoren zum wichtigen Punkt der Diskussion:
War Tschernobyl wirklich von einer apokalyptischen Dimension, ein "Pompeji des Atomzeitalters" ("Spiegel")?
[...]
Denken wir nur an die über 6000 Kohlekumpel, die jährlich (!) allein in chinesischen Gruben sterben - von den langfristigen gesundheitlichen Folgen der staubigen Arbeit einmal ganz abgesehen. Oder an jene 26 000 Opfer, die 1975 in der Provinz Henan bei zwei Staudammbrüchen umkamen. Ein Pompeji der Wasserkraft.
Chernobly ist Politik, nicht mehr und nicht weniger. Es ist eine Tatsache, dass der Reaktorunfall vom sachlichen Standpunkt betrachtet eine Randnotiz ist und bleibt. Es ist die Symbolkraft, welche hier zählt.

Das bringt natürlich die 4000 Ukrainer nicht zurück. Aber ein Krieg gegen Wasserkraftwerke würde den 26'000 Chinesen auch nicht helfen.

Gute Noten für die Gentechnik

Wie Maxeiner & Miersch in ihrer neusten WELT Kolumne schreiben, profitiert primär die Umwelt von gentechnisch unterstützter Landwirtschaft.

Heute wachsen diese verbesserten Nutzpflanzen auf riesigen Flächen von Indien bis Argentinien, von Kanada bis Südafrika. Eine britische Studie nimmt dieses Jubiläum zum Anlaß für eine Bilanz. Ergebnis: Es wurden über 170 000 Tonnen Pestizide eingespart, weil die Pflanzen gegenüber Schädlingen robuster sind. Außerdem fallen in der landwirtschaftlichen Produktionskette weniger Treibhausgase an. Der Effekt über zehn Jahre ist so groß, als hätte man fünf Millionen Autos stillgelegt.

Diese grossartige Nachricht bringt unsere Alchemisten von der panischen Linken natürlich in ein schweres Dilemma: in ihrer Weltanschauung gibt es die Gleichung Technik = Fortschritt nämlich nicht.

Der Computer, die Raumfahrt, die Gentechnik, alles wurde schonmal irgendwie bekriegt. Und stets mit dem selben Ergebnis: die guten Resultate für Umwelt und Menschen kollidieren mit den Schreckensszenarien der Grünen Skeptiker.

Den ganzen Artikel gibts hier.

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Zuletzt aktualisiert: 10. Dez, 16:10